Individualreisen

Einzigartige Urlaubsgestaltung

Auf eigene Faust durch Usbekistan

 

Fast alle „Stan-Länder“ sind für abenteuerlustige Individual-Urlauber reizvoll, zu empfehlen sind allerdings längst nicht alle dieser Staaten. Usbekistan zählt hingegen zu jenen Ländern, die man vollkommen ungefährlich und ohne größeren bürokratischen Aufwand bereisen kann. Die politische Situation im Land ist in vielen Bereichen nach westlichem Verständnis zwar äußerst kritisch zu beurteilen, dennoch aber stabil.

Nichtsdestotrotz ist Usbekistan noch lange kein typisches Reiseland. Dies beinhaltet für Reisende natürlich den Vorteil vom Massentourismus verschont zu bleiben und Land und Leute weitgehend authentisch kennen lernen zu können, doch heißt das auch, das Polizei und Behörden für Touristen kaum oder keine Ausnahmen machen und man sich vor der Anreise dringend gründlich informieren sollte, um nicht von einem Fettnäpfen ins nächste zu treten oder sich gar unwissentlich strafbar zu machen.

Wenngleich Usbekistan nach seiner Unabhängigkeit offiziell eine demokratische Regierung bekommen hat, herrscht im Land faktisch eine Diktatur. Diese Tatsache muss man sich bewusst machen, bevor man sich für eine Reise nach Usbekistan entscheidet. Zwar kann man sich als Reisender weitgehend frei bewegen, doch muss man z.B. für jede Übernachtung in einem Hotel registriert werden. Einige Hotels wollen dafür ihren Pass für einige Tage behalten, lassen Sie sich darauf aber nicht ein! Sie müssen sich jederzeit mit einem Reisepass mit Visum ausweisen können. Zwar haben die Kontrollen in den letzten Jahren deutlich abgenommen, gelegentlich kommt es aber immer noch vor, dass ein Polizist plötzlich großes Interesse hat, den Pass des offensichtlichen Ausländers zu sehen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, mit usbekischen Offiziellen nicht zu diskutieren, da diese ein Verständnis ihrer eigenen Rolle haben, das mit dem westlichen Verständnis auf bestimmte Recht kollidieren mag.

Der Islam ist in Usbekistan nicht so präsent wie in anderen Ländern. Weibliche Reisende müssen sich also in den meisten Gebieten des Landes kaum anpassen, da vor allem die ethnischen Russinnen des Landes in Sachen Kleidungsstil alles andere als züchtig sind. Dennoch empfiehlt es sich als westliche Touristin unauffällige nicht allzu figurbetonte Kleidung zu tragen, da weibliche Reisende ohnehin viel Aufmerksamkeit erregen.

Was die Gesundheit angeht, so empfiehlt es sich, vor der Reise seinen Impfschutz zu überprüfen. Die medizinische Versorgung in Usbekistan ist schlecht, sie sollten es also besser vermeiden, vor Ort auf ärztliche Versorgung angewiesen zu sein. Packen Sie auch eine ordentliche Reiseapotheke ein, die vor allem Mittel gegen Durchfall enthalten sollte.

Bereitet man sich auf die veränderte Lage im Zielland ein – und das sollte einem Individualtouristen nicht sehr schwer fallen – kann man in Usbekistan tolle Eindrücke sammeln. Das Land stellt eine faszinierende Mischung als sowjetisch geprägten Regionen und orientalischen Gebieten dar, wobei ein Trend in Richtung einer gewissen Amerikanisierung deutlich wird. Bis es so weit ist, dass man sich in Usbekistan wie im Westen fühlt, werden aber sicher noch einige Jahre vergehen. Als Reisezeit sollte man den Winter und den Hochsommer vermeiden, da die Temperaturen zu dieser Zeit sehr extrem sein können. Im September ist das Wetter herrlich sommerlich, allerdings trifft man in dieser Zeit, zumindest in den klassischen Reisezielen, wie Buchara, Samarkand und Chiva, vermehrt auf Bus-Reisegruppen vor allem aus Deutschland und Frankreich. Wer die Schönheit des Landes wirklich ganz für sich alleine erforschen will, sollte sich im Frühjahr auf die Reise machen, wenn das Wetter wieder milder wird, die Reisegruppen aber noch lange nicht unterwegs sind.

Noch ein letzter Tipp: Im Land kann man, entgegen anders lautender Gerüchte, sehr gut mit dem Zug reisen. Gönnen Sie sich die erste Klasse, die ist immer noch sehr günstig (wie alles in Usbekistan), dafür aber deutlich komfortabler.

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